Tour de Wendland

Vier unserer Fahrer waren vom 10.-12.07. im Wendland unterwegs, um sich vier harte Etappen auf ihren Rennmaschinen um die Ohren zu hauen. Mit dabei war auch Moritz, aus dessen Sicht wir diese Tage einmal Revue passieren lassen wollen.

Freitag, Etappe 1: Prolog
In Hitzacker begrüßt uns als ersters die 10%-Rampe am Start zum Prolog. Kann das der Ernst sein? Da sollen wir hoch? Scheinbar schon und so pellen wir uns in unsere Trikots und fahren uns auf der Strecke warm. Kaum zu glauben, hinter dem ersten Anstieg verbergen sich noch weitere, und der Zielstrich befindet sich hinter einer 13%-Wand… Auf was habe ich mich da bloß eingelassen?

Zum Glück sind wir bald dran so dass sich die Sorgen gar nicht richtig festsetzen können. Nach der ersten „Welle“ vergehen die restlichen 7km fast wie im Flug. Aber nur fast ;-). Der letzte Anstieg ist dann nochmal richtig fies und alle sind dankbar dafür, dass er am nächsten Tag von der anderen Seite erklommen wird.
Nach einem kurzen Ausrollen folgen wir Konrad in sein Ferienhaus und lassen es uns mit bei einer großzügigen Portion Pasta gut gehe.
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Samstag, Etappe 2: Straßenrennen
So, jetzt wird es ernst! Heute wartet das Straßenrennen auf uns, dass dann nach einer kurzen Verschnaufpause vom Kriterium in Lüchow gefolgt wird. Mehr oder weniger ausgeruht (eher weniger) fahren wir zum Start wo es nach letzten Vorbereitungen und einem kurzen Warmfahren auch schnell losgeht und wir auf einen 100km-Rundkurs (5x 20km) geschickt werden.
Das Tempo ist von Beginn recht hoch, und wie erwartet gibt es auf den ersten Runden keine erfolgreichen Ausreißversuche. Der 13%ige Anstieg vom Vortag hat sich durch die Streckenführung dankenswert in eine Abfahrt gewandelt, die mit Geschwindigkeiten >80km/h gefahren wird.
Auf der letzten Runde geht doch eine Dreiergruppe, die nach etwa 10km aber wieder eingeholt ist. Im Rest der Spitzengruppe (Hauptfeld?) fahren Konrad, ich, Martin und Lars G. über die Linie, Lars S. hat auf einer der zahlreichen Anstiege eine Lücke gefunden, mit der er dann bis zum Schluss zu kämpfen hatte.
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Samstag, Etappe 3: Kriterium
Nach einer Mittagspause (Pasta!), inkl. Nickerchen und Tour de France schauen (da war doch was…) geht es am Abend nach Lüchow zum Kriterium. Ich, der ich weder Sprinter noch ein begnadeter Fahrtechniker bin, bin froh wenn wir diesen Abschnitt heil hinter uns bringen. Auf dem Rad fahren wir nach Lüchow und drehen dort ein paar Runden auf dem Kurs.
Nach dem Startschuß geht es sofort gnadenlos zur Sache, mit Rundengeschwindigkeiten über 46km/h. Zu Beginn läuft die Sache ganz gut und auf der zehnten Runde denke ich mir noch „Hey, ein Drittel haste schon. Das könnte was werden“ und zack! Vor mir geht eine Lücke auf die ich beim besten Willen nicht mehr zufahren kann… Demotiviert kämpfe ich mich über die restlichen Runden und werden zweimal überrundet (ja, ich bin brav rechts gefahren ;-) ).Konrad, Martin und Lars G. kommen in der Spitzengruppe rein, Lars S. Kassiert eine Runde.
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Sonntag, Etappe 4: Einzelzeitfahren
Nach einer Nacht in der wohl alle wie Steine geschlafen haben geht nach einem kurzen Hausputz zum letzten Mal an den Start, heute zum Einzelzeitfahren. Alle haben schwere Beine… Woher das wohl kommt? Gestartet wird nach Gesamtplatzierung, d.h. ich darf wegen der beiden fehlenden Runden vom Vortag zuerst auf die Strecke. Nach einem peinlichen Schaltfehler direkt nach dem Start geht es unerwartet beschwingt los. Schnell habe ich den ersten Fahrer im Visier, den ich nach einigem Zögern auch recht zügig überhole. Inzwischen haben sich die vereinzelten Tropfen vom Morgen zu Regen verstärkt. Auf dem welligen Abschnitt rolle ich noch zwei an weiteren Fahrern vorbei, die so fertig aussehen wie ich mich fühle. Schön, den anderen tut’s auch weh ;-). Total erledigt aber zufrieden warte ich im Ziel auf die anderen, die dann auch schon bald über den Zielstrich geflogen kommen.
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DANKE igas, wir kommen wieder!

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Velothon 2015

Alle Jahre wieder lassen wir uns nicht lumpen und stellen uns beim Heim-Hauptstadtrennen des Jahres, dem Velothon, in den vollen Startblock. Im Gegensatz zum letzten Jahr war es in diesem trocken und sonnig. Beste Voraussetzungen also, eine kleine Sonnenspazierfahrt zu veranstalten.

Diesmal schickten wir zwei Renner (Moritz und mich) auf die kurze Strecke und einen (Tommi) auf die 120er Runde.
Ich wollte nur die kurze Qual, weil ich im letzten Jahr halb tot und dreiviertel erfroren vom Rad gestiegen war und die Sache diesmal, im Falle von Regen, schnell hinter mich gebracht wissen wollte. Tommi ist nach 100km erst richtig in Fahrt und Moritz‘ Gründe sind unbekannt ;-)

Schnell hinter sich bringen wollten das Rennen offensichtlich auch die Jungs vom Tacx Racing Team, die sich, kaum war das Startschussfiepen im Ohr verhallt, kollektiv vor das Feld spannten und das Tempo auf über 50km/h anzogen. So schnell hatte man (zumindest auf der langen Runde) noch nie Löcher reißen sehen und selten war das Rennen so schnell entschieden. Bereits am Spandauer Damm, also kaum 10km nach dem Start, setzten sich vier Mann ab, drei davon Tacx Fahrer und waren nie wieder gesehen. Dahinter formierte sich ein Verfolgertrio mit zwei weiteren Tacxanern und der Hälfte des Teams verduro.de, vertreten durch meine Wenigkeit.

Zwar gelang es uns nicht, zur Spitze aufzuschließen, aber den Abstand zum Feld (oder was davon noch übrig war) konnten wir drei zuerst vergrößern und dann stabil halten.
So ging es gut 40km durch die Stadt. Kreiseln, kämpfen, atmen, essen, trinken, kreiseln. An mehr wollte und konnte ich nicht denken. Denn zu viel denken hätte mich schneller, als es ohnehin der Fall war, zu der Erkenntnis gebracht, dass die beiden Mitstreiter einen Zahn zu schnell fuhren bzw. aus meinen Beinen einfach zu wenig heraus kam. Jede Führung brachte mich ans Limit und war unserem Tempo zumindest nicht zuträglich.
Und so war es eine Frage der Zeit, bis aus dem Trio erst drei Einzelfahrer und kurz danach ein Tacx Duo und ein einzelner Julian wurden.

Einige Kilometer kämpfte ich mich nun allein über die Skalitzer Straße und an der Eastside Gallery entlang und sehnte den Moment herbei, vom Feld in den warmen, windschattigen Schoss aufgenommen zu werden.
Als dies geschah, war die Freude groß, dass auch Moritz noch mit von der Party war, der sich in der Startphase des Rennens ebenfalls in die vorderen Positionen kämpfen konnte und so seinen Platz im ersten Feld sicherte.

Die letzten Kilometer fuhren wir so im Feld und hielten uns von Stürzen fern, die nun vermehrt auftraten.
Dass es sowohl für Moritz als auch für mich im Zielsprint nicht mehr für ein Top Ergebnis reichte, war abzusehen und daher auch nicht weiter überraschend. Als Nummer 40 und 41 fuhren wir über den Zielstrich und das Abenteuer „kurze Strecke“ war beendet.

Fazit: Schön wars, vielleicht etwas früh am Morgen aber zumindest sonnig.
Aber die Frage bleibt: Wo ist nur die Leistung geblieben? Oder liegts am Alter…? ;-)

PS: Glückwunsch an die Tacx Bande mit dem Sieger Martin – Reife Leistung Jungs!(jr)

 

Für die 120er Distanz gibt es natürlich auch einen Bericht. Und zwar den von Tommi. Hier ist er:

Tommi kommt ja leider nicht mehr so oft auf das Rad. Dafür versucht er immer im Kopf STARK zu sein. So wusste er, dass es heißt: Körner sparen und entspannt zum Start rollen. 10 Minuten vor dem Start scharrten aber schon so viele Starter im Block A mit den Füßen, dass nur noch ein Platz in der letzten Reihe frei war.
Nach dem Startschuss bedeutete dies für Tommi erst einmal, 15 km lang Vollgas fahren, um sich durch ca. 450 Starter zu wühlen. Schließlich ist es ja immer ganz gut, im vorderen Teil des Feldes zu fahren. Das weiß Tommi noch aus früheren Renntagen.

Dann wurde es hügelig, dann windig, dann ging es um die Ecken, dann wurde es hektisch, dann ging es straff übers Tempelhofer Feld und wieder um viele Ecken. Tommi musste ganz viel beißen und seinem Körper einiges abverlangen. Aber Radfahren verlernt man ja bekanntlich nicht…
So kam es auch, dass Tommi mit der ersten großen Verfolgergruppe (9 Mann hatten sich schon bei Stahnsdorf aus dem Staub gemacht) auf die Zielgerade einbog. Hier reichte es für einen beachtlichen 23. Platz (32. Gesamt), auch wenn mit einer besseren Positionierung im Sprint noch etwas mehr drin gewesen wäre.

So bleibt es dabei, Tommi hat gekämpft und gezeigt, dass Stärke im Kopf, das schwache Fleisch besiegen kann!(tt)

Moritz TT

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10. Hinterseer Einzelzeitfahren am Pfingstmontag – Holz und Silber!

Ein Jahr ist es nun her, dass ich beim Hinterseer Einzelzeitfahren  die Lust am Radeln auf der Zeitmaschine entdeckt hatte und seither schaffte ich es, genau null EZFs zu fahren. Nun sollte es an gleicher Stelle also weiter gehen und die Lust neu entfacht werden.

Das Wetter im hohen Norden Deutschlands war gut, auf der Startliste standen 107 Fahrer und ich durfte als Nummer 76, mit dem „Teamzeitfahrrad“ von David, auf den 16,5 km langen Kurs.

Wie im Vorjahr gelang es mir bereits kurz nach dem Start, die Lust aufs Zeitfahren zu verlieren. Es brannte in der Lunge und es brannte in den Beinen und das erste Mal in meiner Karriere hatte ich diese Sabberstreifen im Gesicht hängen, die man beim Biathlon immer sieht, aber nicht sehen will.

Der Kurs geht hin und zurück, der Wind kommt also mal so und mal so. Auf dem Hinweg kam er so und ich konnte das Tempo auf einen ordentlichen Schnitt hoch fahren. Das nahm zwar nicht das Brennen aus dem Körper, aber es verkürzte die Zeit bis zur Wende.

Nach der Wende kam der Wind dann so, das andere so also und der Schnitt fiel ab. Dennoch gelang es mir das Brennen in den Muskeln zu erhalten, zu dem sich etwa 7 km vor dem Ziel, ein (er)brechendes Gefühl in der Magengegend hinzu gesellte.

So voll von intensiven und zugleich widersprüchlichen Gefühlen fuhr ich dem Ziel entgegen. Vier km vor dem Ziel entledigte ich mich meiner Flasche, die ich auch nach dem Rennen nicht mehr finden konnte (war aber eine BIO-Bottle, die verfault in ein bis zwei Jahren – zu finden bei verduro.de ;-) ). Diese Aktion kostete mich wahrscheinlich mehr Zeit, als ich mir an Ersparnis erhofft hatte…man lernt eben immer wieder dazu.

Die letzten Meter waren dann doch schnell geschafft, die diversen Gefühle und Befindlichkeiten flauten ab und die Freude über das Geschaffte (und auch Lust am Zeitfahren) kam zurück.

Und all das wurde mit einem vierten Platz in der Gesamtwertung und einer schicken Silbermedaille in der meiner AK belohnt. Ach wie war das schön… ;-)

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Nils gewinnt das Wittenbereger Altstadtrennen am 2.Mai

Ähnlich wie Luther, der an diesem Ort vor 500 Jahren seine Thesen an die Tür hämmerte, so haute auch Nils am ersten Mai-Wochenende seine eigenen Gesetze in die Straße und zeigte dem gesamten Fahrerfeld das Hinterrad.

Das Wittenberger Altstadtrennen war in diesem Jahr wieder von Sonne beschienen und lockte Nils und Julian am 2.Mai in die Lutherstadt. Vor Jahresfrist konnte sich bereits Robert als Drittplatzierter auf das Treppchen stellen, in diesem Jahr sollte es Nils richten, den sprinttechnisch im Normalfall nur schwer beizukommen ist.

Das Rennen ging über 15 Runden á 2,1 km, begann zügig und wurde, wie eigentlich immer, mit verschiedenen Attacken und teils aussichtsreichen Fluchtversuchen aufgelockert. Julian hielt sich weitgehend in den vorderen Positionen auf und fuhr das ein oder andere Loch zu, um Nils die Chance auf den Sprint zu wahren.
Kurz vor Ende des Rennens war alles wieder beisammen, sämtliche Ausreißer gestellt und es konnte losgehen. Ein Pulk von ca. 35 Fahrern machte sich auf die letzten Meter und das Tempo wurde erhöht. Auf der Zielgeraden versuchte Marek Bosniatzki (der spätere zweitplatzierte) einen langen Sprint zu fahren. Nils hielt gegen, aktivierte auf den letzten Metern den Nachbrenner und gewann den Sprint. Spitzenmäßig!

Julian fuhr als 12. über den Zielstrich und komplettierte so einen mehr als zufriedenstellenden Renntag.

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2. Barnim Cup am 18.04.

Am letzten Samstag war es wieder Zeit für einen Barnim Cup, den zweiten in diesem Jahr. Es war kalt, es war windig und wir waren zu dritt. Jan, Lars G. und Julian standen dieses Mal für verduro.de am Start und freuten sich wie drei zu dünn angezogene Schuljungen auf den Startschuss zum Rennen über drei Runden á 21 km.

Als es los ging, wurde uns sofort warm, denn der spätere Sieger (Achtung: Spoileralarm) Stefan Räth drückte sofort auf zwei seiner (scheinbar) diversen Pedale und zog das Tempo schnell auf Rennniveau. Hier und da gab es Attacken, an denen sich besonders unser Lars rege beteiligte. Gelegentlich gelang es kleinen Grüppchen davon zu fahren, die aber immer wieder zurück geholt wurden.
Kurz vor Ende der ersten Runde machte sich Räth auf die Sportsocken und fuhr schnell einen passablen Vorsprung heraus. Julian, kurzzeitig seine fehlende Fitness ignorierend, fuhr hinterher und positionierte sich passgenau zwischen Feld und dem Führenden. An diesen heran zu fahren war nicht möglich, sich verhungern zu lassen keine Option und so ließ er sich wieder ins Feld zurück fallen. Tolle Show.

Derweil gingen die Angriffe weiter und immer wieder war es Lars, der sich an diesen beteiligte oder sie initiierte. Irgendwann in der zweiten Runde gelang es einem größeren Teil des Feldes, einen kleineren Teil des Feldes abzuschütteln. Im kleineren Teil befanden sich Julian und Jan – schon wieder tolle Show!
Es dauerte eine Weile, tat ziemlich weh und gelang zuletzt doch, wieder an das Hauptfeld aufzuschließen. Kurz darauf war auch der Ausreißer wieder eingeholt, dem es da vorne so ganz allein offensichtlich zu fad gewesen war. So war der Tisch für eine Sprintentscheidung gedeckt.
Von dieser bekamen wir allerdings nichts mit, den an den Speisen, welche da so nach und nach auf den gedeckten Tisch aufgetragen wurden, verdarben wir uns mächtig den Magen – will heißen: Durch Attacken zermürbt wurde das Team verduro.de kollektiv abgehängt. Tolle Show again!

Das Feld war in kleine Grüppchen und Einzelfahrer zerrissen und der Sprint, von dem wir nichts mit bekamen, wurde in einer kleinen Gruppe ausgefahren.

Was bleibt zum Schluss? Neben diversen tollen Shows und der Freude, dass alle heil geblieben sind, ist es vor allem die Erkenntnis, dass wir weiter fleißig trainieren müssen…Radsport ist schließlich eine der härtesten Sportarten der Welt :-) (jr)

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