20.02.2009 "Berlin den Berlinern!"
Ich will meine Stadt zurück. Meine Stadt.
Stand doch vor ein paar Monaten eine Freundin auf ihrem Balkon, breitet
die Arme aus und sagt zu mir: "Sieh, das ist mein Berlin. Da drüben mein Alex,
da unten mein Rewe des Grauens und gegenüber meine Plattensiedlung."
Waaas? Ich glaube mich verhört zu haben! Blondie, du kommst doch gar
nicht aus Berlin, wie kann das alles dir gehören. Noch nicht mal aus der Nähe!
Um von hier aus zu deinem Kiez zu gelangen muss man Erdkunde studiert und
viel Zeit haben. Der ist nämlich irgendwo in Schwaben. Dort spricht man ja schon
nicht mal mehr Deutsch! Aber im Ernst, seit der Schaffner in der S-Bahn in feinstem
Sächsisch "Zruckbleeben büdde" ruft und die hübsche Bäckereifachverkäuferin
in Mitte mit den Schultern zuckt, wenn ich einen Pfannkuchen bestelle, weil die
den nur als Berliner kennt, komme ich mir vor, wie eine Randgruppe in der eigenen
Stadt.
Und das Schlimmste: alle meckern über Berlin. Das Wetter ist schlecht, alles ist
furchtbar teuer. Die Berliner an sich sind sowieso unfreundlich. Als wenn man
hier überhaupt noch welche treffen würde.
Wenn ich irgendwann mal zwei Wochen Zeit und nichts zu tuen haben sollte,
in Zeiten der Wirtschaftskrise ja vielleicht nicht so unwahrscheinlich,
dann werde ich einfach versuchen zehn Berliner in Friedrichshain kennen zu lernen.
Und dreckig sei die Stadt. Dreckig und voll. Viel zu voll. Das höre ich immer wieder
und versuche nicht zynisch zu sein. Ist ja eigentlich auch zynisch genug, wenn
mir dass einer der Fischköppe erzählt, die sich am liebsten mit schwermetall-
verseuchten Fisch die Mägen vollstopfen.
Natürlich müssen die echten Ausländer alle hier bleiben. Letztens war ich nämlich beim
Inder und ausgerechnet der war ein Berliner. Um genau zu sein, ein Berliner, der
vier Wochen in Indien verbracht hat und daraufhin meinte, ein indisches Restaurant
in Berlin eröffnen zu müssen. Seine Frau hat in der Küche gekocht. Und so, wie die
gekocht hat, war sie vermutlich nicht mal bei dem vierwöchigen Indienaufenthalt
dabei. Inder gehören also definitiv in indische Hand.
Das gilt natürlich für alle Restaurants!
Der Rest von Berlin gehört den Berlinern! Also, auf ihr tapferen Restberliner, lasst
uns die Stadt zurückerobern. Und wenn erst die Schlacht hier gewonnen ist, dann
ziehen wir weiter und besetzen Hamburg,München und Bielefeld. Natürlich nur,
wenn es zu finden ist.
21.02.2009
Da hat sich der Urberliner Herr Z. gedacht, jetzt wäre ich tödlich beleidigt, wahlweise
schäumend vor Wut, weil er die Zugezogenen gegeißelt hat, nur weil ich versehentlich
von Hamburg nach Berlin gezogen bin, Fischkopp und so. Nö.
In Berlin ist mir die langsame Vergiftung durch Verzehr von Unmengen schwermetallhaltigen
Fisches kaum möglich, weil das, was hier als Fisch zum Verkauf angeboten wird, von Verleihnix
wegen mangelhafter Frische zurückgewiesen würde.
Ich neige auch nicht zu komischen Besitzansprüchen, was Kieze angeht.
Als Hamburger ist für mich ein Kiez etwas, was von Hans Albers besungen und von Nutten
in Schneeanzügen dekoriert wird. Da wäre mir der Besitz doch zu pflegeintensiv, eine
Russenmafia habe ich auch nicht.
Er übersieht natürlich das Wesentliche. Nervig sind diese "Alles meins!"-Menschen immer
und überall. Die Dekoration mit "Hauptstadtrocker"-Glitzerjacken macht es allerdings nicht
besser. In Hamburg fallen solche Gestalten auch ein, ziehen ins Schanzenviertel und rümpfen
nach 2 Minuten die Nase über Menschen aus anderen Stadtteilen. Da tragen sie dann
Totenkopfpullis mit St.Pauli-Logo.
Und wenn sie zu Weihnachten und anderen hohen Feiertagen in die alte Heimat fahren,
nerven sie die Daheimgebliebenen damit, wie uncool und provinziell doch Ingenheim ist
im Vergleich zur großen, bunten Stadt.
Aber: "Mein Kiez, meine Stadt, alles meins"-Gelaber wird nicht davon angenehmer, wenn
es mit irgendeinem über Generationen vererbten Anspruch gerechtfertigt wird.
Warum sollte diese Stadt schöner und das Leben angenehmer werden, wenn alle Berliner
zurückkommen und alle anderen deutschen Nichtberliner wegziehen?
Das Gemecker über wasauchimmer dürfte nicht weniger werden, es ist ja nicht völlig
unerklärlich, daß der Berliner für seinen Anti-Charme berühmt ist.
Und über das Wetter, die hohen Preise und den Dreck schimpft nun wirklich jede Sorte
Deutscher am liebsten.
Ich verstehe aber die Sehnsucht nach etwas, was nicht mehr ist oder vielleicht auch
nie war. Wenn ich in der U3 zwischen Rödingsmarkt und St. Pauli flennen muss (das
funktioniert auch zuverlässig, wenn ich Hans Albers La Paloma singen höre), vermisse
ich nichts konkretes, sondern ein Sehnsuchtshamburg, das es so wohl nie gab, nicht
mal in der guten alten Zeit, auf jeden Fall nicht zu meiner Zeit. Ich glaube, Herrn Z.s
Sehnsuchtsberlin gab es auch nie. Und daran kann man nicht den Schwaben die
Schuld geben.
Schade.
23.02.2009 "Das Single-Dingens"
Einige Menschen regieren in Würde und Gelassenheit auf den Valentinstag, andere
besuchen eine Singleparty.
Leider gehörte ich zu letztgenannten.
Wenn man zu solchen Veranstaltungen geht, kann man sich noch so sehr einreden,
man sei nur aus Neugier oder ironischen Gründen da, man hat etwas mit den anderen
Restposten gemeinsam. Schon beim Warten auf das Namensschild möchte ich wieder
umdrehen und gehen.
Vor mir steht ein kleiner Mann mit Halbglatze in der Schlange, er stinkt wie ein Großer.
Drinnen ist es verdammt dunkel, was ich ein bißchen zynisch finde. Ähnlichen Humor
beweisen das Bild in der Damentoilette mit dem Schriftzug "I hate Love" und die
Musikauswahl.
"I can't get no satisfaction", "Highway to Hell"...
Die anwesenden Herren teilen sich optisch in drei Gruppen. Heckenpenner ,
(man möchte die ganze Zeit Herbert Wehner zitieren "Sie sehen ungewaschen aus,
waschen sie sich erstmal!"), Mamas Lieblinge ("Komm Junge, ich habe dir dieses schöne
Karohemd gebügelt, da muß das klappen mit der Frau") und eine ganze Ladung ist
direkt nach der Maueröffnung schockgefrostet worden und wurde eigens für diesen
Abend aufgetaut. Hier dominieren weinrote Glanzhemden, Stoppelfrisuren und
Schnurrbärte. So viele Männer mit Schnurrbärten habe ich noch nie auf einem
Haufen gesehn und hätte auch gut ohne diese Erfahrung leben können. Aber die
Frauen sind auch nicht besser, die zweite Hälfte der Schockgefrosteten ist weiblich.
Der Rest sieht aus wie Menschen, die mit einem Reisebus zu Musicals fahren würden,
"pfiffige Frisuren" und Galamode, die mal ein Sofakissen war, die jüngere Fraktion
(laut Pass zwischen 25 und 30, aber schon alt auf die Welt gekommen) trägt tapfer
die Glitzeroberteile auf, die sie sich damals 1987 zum Abtanzball gekauft haben.
Dazu randlose Brillen. Am Anfang versuchen alle, besonders unbeeidruckt zu gucken,
obwohl man vielen überdeutlich ansieht, daß sie sich die Sache auch etwas weniger
schrecklich vorgestellt haben. Nach einiger Zeit wird das unbeeidruckt gucken wohl
zu anstrengend, jetzt teilt es sich in "Resignation"
(Männer und Frauen), "keiner hat mich richtig lieb" (nur Frauen), "Nicht mal hier werde
ich was zum Ficken finden" (nur Männer), "Tja, doll ist es nicht, aber nützt ja nix, also
schnell jemanden schöngetrunken" (Männer, Frauen über 45). Dann der Höhepunkt des
Grauens: Speeddating. Zum Glück nur 3x3 Minuten. Der erste meiner Gesprächspartner
redet ausschließlich in Phrasen "nette Veranstaltung, nette Leute kennenlernen" und
scheint ein Single-Event-Profi zu sein.
Ich könnte ihm sagen, was sein Problem ist, aber verstehen würde er mich nicht. Der
zweite versteht mich auch nicht, erfreut aber mit Zopf zur Halbglatze und Lederjacke,
ich bin ihm wohl trotzdem nicht cool genug, das waren sehr lange 3 Minuten. Der
dritte ist Schwabe. Ich frage ihn, ob er in seinem Stadtteil mit der allgegenwärten
Anti-Schwaben-Stimmung konfrontiert würde. Wir werden keine Freunde.
Ich habe mich allerdings nett mit einer anderen Frau unterhalten, die auch dachte,
im falschen Film zu sein.
28.02.2009
Das Problem mit den Frauen im Allgemeinen ist ja Folgendes: es gibt die, mit denen man
unbedingt ins Bett will und die, mit denen man das unbedingt vermeiden möchte.
Das dazwischen ist so, wie mit den Fried'schen "zwischenmenschlichen Beziehungen",
das ist eben etwas für "Zwischenmenschen".
Darum teile auch ich die Welt gern in Schwarz und Weiß, Gut und Böse,
mit und ohne Alkohol.
Die Kunst, wie immer im Leben, besteht darin, diese Erkenntnis zu nutzen, das Wissen in
die Tat umzusetzen und die Frauen eben wahlweise zu erobern oder zu verschrecken.
Das Erobern klappt sowieso nicht, denn schreibt man(n) Gedichte, steht die Frau
auf Schusswaffen und brät man ein Schnitzel, groß wir ein Klodeckel, dann ist die
Frau garantiert Veganerin.
Bleibt also nur die zweite Sorte Frauen kennen zu lernen; eben genau die, die man
auf einer Single-Party am Valentinstag trifft.
Und um die wieder loszuwerden gibt es nun drei Strategien:
Erstens: Angeben. Die ganze Zeit sexistische Anspielungen bringen. Von seinen letzten
10-15 Frauen erzählen, die alle sooo fertig am nächsten Morgen waren, die Erwähnung
der Intimrasur alle 5 Minuten und die der Spezialstellungen, die man direkt in Indien
gelernt hat. Das Ergebnis: geht gar nicht! Man kommt sich am Ende genauso vor,
wie man sich aufgeführt hat: wie der letzte Depp.
Zweitens: Betteln. Immer mal wieder erwähnen, wie schön doch Sex war. Damals vor
10 Jahren und das es doch unter Erwachsenen ganz normal sei, hin und wieder mal
mit einem Fremden... und so weiter. Geht auch nicht. Das wirkt zwar bei der Frau,
aber man selbst ist von dem ganzen Gequatsche irgendwann so notgeil, dass man
dann zwar, wie gewollt, allein, aber dennoch reichlich gefrustet im Bett liegt.
Drittens: So tuen, als wäre man schwul. Das geht genauso lange gut, bis die Frau
dahinter kommt, das man das dann doch nicht so wirklich ist. Und die Frauen
kommen recht schnell dahinter. Und dann ist der Kampfgeist der Frauen geweckt.
Leider haben die einfaches Spiel. Welcher, nicht schwule Mann, kann einer Frau
schon lange widerstehen, die immerhin nicht so hässlich ist, als das man gar nicht
erst mit ihr reden würde?
Also wacht man auch mit dieser Strategie gefrustet auf. (Immerhin neben einer
Frau)
Wie man es also auch dreht und wendet eine Single-Party ist schlimmer als
Reste-Ficken morgens um 5 in der Absinth-Bar in der Schönhauser... aber die
Erfahrung sollte ruhig jeder Mann selber machen.
12.02.2009 "Gesundessen"
Spätestens seit dem Film "Supersize me" von Morgan Spurlock weiss die Welt, dass
Fastfood irreversible krank macht. Schade nur, dass der Film sich mittlerweile als
Fälschung herausgestellt hat. Schade auch, dass genau dieses Wissen gerade nicht
in der Welt angekommen zu sein scheint. Denn dann müssten die ganzen hübschen
und schlanken Frauen nicht mehr in den gräßlichen Salaten von McDonalds und
Co. herumstochern, sondern könnten wie ihre männlichen Begleitungen herzhaft
in einen weichgekochten Mehlklumpen mit Fleischeinlage beissen.
Wobei mir bei der Erwähnung von schlanken Frauen einfällt, dass ich in letzter Zeit
doch eher Frauen beim lustlosen Knabbern an Chicoreé-Blättern beobachtet habe,
die noch auf dem Weg zum Schlanksein waren. Also eigentlich eher Frauen, die den
Weg zum Schlanksein gerade erst betreten hatten. Und den meissten scheint es gar
nicht zu gefallen,auf diesem Weg gesehen, geschweige denn erkannt zu werden.
Ist es doch im Prinzip ein Eingeständnis, dass die eigene Figur durchaus
Verbesserungspotential hat.
Die meisstgehörte Ausrede, warum man, oder in diesem Fall Frau, plötzlich anfängt sich
mit Öko-Vollkorn-Hirse-Brot zu verköstigen ist die: "Ich will mich jetzt ein wenig gesünder
ernähren". Das hat natürlich gar nichts damit zu tuen, dass in jeder zweiten Brigitte und
Freundin steht, dass Vollkornbrot nicht nur gesünder, sondern auch kalorienärmer ist
und Weissmehl ja sowieso ungesund ist und dick macht. Klar, auf drei Scheiben Brot
hat man auf diese Weise etwa 30 Kalorien gespart - das ist immerhin ein Schnapsglas
Rotwein!
Zum Glück hat der Weight-Watchers Kram wieder nachgelassen. Ich habe ja immer
die Mädels bedauert, die den ganzen Tag nur am Punktezählen waren. Die haben
nicht nur den ganzen Tag gehungert, sondern dafür auch noch Unmengen an Geld
bezahlt. Einige sind ja sogar auf den Trichter gekommen, nicht Punkte zu zählen, sondern
ganz herkömmlich Kalorieren. Auf den Weight-Watchers Sachen stehen ja schon seit eh
und je die "Nutrition-Facts". Und vom ganzen Punktezählen fit in Mathe haben die dann
auch ganz schnell herausgefunden, dass eine Weight-Watchers Pizza nur halb soviel
Kalorien, wie eine Normale hat. Also kann man ja, ohne allzu schlechtes Gewissen, sich
auch schon mal zwei Pizzen zum Mittag gönnen. Kein Scherz. Hab ich mit ungläubigen
Augen selbst gesehen. Ich muss wohl nicht erwähnen, dass die zwei Pizzen etwa
viermal soviel gekostet haben.
Erschreckend ist auch immer wieder die Leichtgläubigkeit der Mädels, die nur noch
Werbefernsehen-gesteuert durch die Supermärkte stelzen und einpacken, was bei
den RTL II News als gesund befunden wurde und was weniger als 120 Kalorien hat.
Letztens erzählte mir doch eine Frau, dass Brot sowieso nicht gesund sei. Vor allem
Sauerteigbrot nicht. Wegen der der ganzen Kohlenhydrate. Auf meine erstaunte
Nachfrage was denn die bösen Kohlenhydrate im Körper anrichten und mit was sie
sich stattdessen ernährt zuckte sie ratlos die Schultern und meinte, dass "die im
Fernsehen" das gesagt hätten. Aus meiner Sicht werden sicher interessante Dinge
mit ihrem Körper passieren, wenn sie auf Kohlenhydrate verzichten will. Als Vegetarier
bleiben ihr ja nun nicht mehr allzuviele Alternativen. Hüttenkäse und Macadamia-
nüsse würde ich sagen.
Ich frage mich sowieso, was die ganzen Gesundesser machen, wenn in Deutschland
das Ampelsystem zur Kennzeichnung von Lebensmitteln eingesetzt wird. Dann werden
nicht wenige Früchte die rote Karte bekommen. Avocado dürfte in den Bereich von
Schmelzkäse, der wohl größten Sünde der Nahrungsmittelindustrie, kommen und Nüsse
werden vermutlich mit einem Totenkopf gekennzeichnet.
Ich bin gespannt, wie dann ein "grüner Einkaufskorb" aussehen wird.
Und was bleibt mir?
Kaviar hat zuviel Salz, Foie gras zuviel Fett und Champagner zuviel Zucker...
26.02.2009 "Von wegen"
Herr Z. hatte einen Beitrag zum Thema Ernährung und Frauen angekündigt und sich schon
vorher entschuldigt.
Also erwartete ich das Schlimmste.
Soweit ich das bisher beobachten konnte, lebt Herr Z. von unheimlich gesundem
selbstgebackenem Brot, gebratenen Nudeln mit Huhn und Selbstdisziplin. Er scheint
auch die Neigung zu haben, Mahlzeiten auszulassen.
Ich dagegen lebe seiner Ansicht nach wahrscheinlich hauptsächlich von Nachtisch,
noch mehr Nachtisch und Ente kross.
Und ich lasse keine Mahlzeiten aus, wo kämen wir denn dahin.
So gern hätte ich etwas gegen die Annahme gesagt, dass Frauen zu dusselig zu sind,
um zu wissen, was Kohlehydrate so machen, aber leider kenne ich auch solche Frauen.
Zum Beispiel meine Bekannte Frau C.
Ihr Plan war, nur grünes Gemüse und dazu Fleisch zu sich zu nehmen. Wohin ist sie
mitgekommen? In die Schöneberger Weltlaterne, zum Kohlrouladentag (immer mittwochs).
Und während sie an der Kohlroulade kaute, erklärte sie mir auch, was an Kohlehydraten
alles böse ist. Es waren aber auch Kartoffeln auf ihrem Teller, die keineswegs übrig
geblieben sind.
(Ich weiß, was Kohlehydrate tun, ich kann das auch notfalls aufzeichnen, mit
Strukurformeln und allem.)
Und die Sache mit den Weightwatchers-Produkten begegnet mir dauernd im Büro.
Die Kollegin, die sich von Weightwatchers-Produkten ernährt, guckt immer sehr säuerlich,
wenn ich irgendetwas Gemüsehaltiges dabei habe, weil sie gerne die einzige
Nicht-Schnitzelesserin wäre, um sich als besonders tugendsam zu fühlen.
(Der Mensch ist vielleicht dem Menschen ein Wolf, eine Frau ist anderen Frauen aber
noch lieber eine Zicke.
Aber darüber lasse ich mich irgendwann später noch mal ausführlicher aus.)
Frauen, die beschlossen haben, sich aus Diätgründen gesund zu ernähren, erklären
mir das immer besonders gern und ausführlich, um mir damit auf die subtile Art zu
sagen, dass ich zu fett bin.
Meine Mopsigkeit ist mit bloßem Auge gut sichtbar, da muß man gar nicht subtil
werden.
Ich bin nicht auf Diät, da können noch mehr schwanenhälsige Schlangen zischeln,
ich würde mich doch dünner viel wohler fühlen.
Aber ich treffe mich lieber mit Herrn Z. auf eine weitere Portion Ente kross.
Dazu natürlich Cola Light, da lösen sich alle Kalorien drin auf, habe ich mal auf
RTL II gesehen. Und hinterher Nachtisch.